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Nachgefragt bei: Fritz Walser (Hirt Stachler)
Dominik Konrad & Matthias Risch
23. Juni 2026
Bereits seit vielen Sommer arbeitet Fritz Walser für die Alpgenossenschaft Guschg und übernimmt als Hirt die Verantwortung über die Rinder und Mutterkühe im Stachler und auf Sass. Fritz ist ein erfahrener Älpler, der sich mit voller Leidenschaft für das Wohlergehen der Tiere einsetzt. Was diese Arbeit beinhaltet und welches die grössten Herausforderungen sind, erzählt er uns im Kurzinterview.

1. Du verbringst einen grossen Teil des Sommers auf der Alp bei den Tieren. Wie muss man sich deine Arbeit vorstellen?

Ca. 110 Tage verbringe ich mit den Tieren auf unseren Weiden die zur Alpe Stachler / Guschg gehören. Aber bereits im April / Mai beginne ich mit dem Zäunen der jeweiligen Weiden, dem Kontrollieren der verschiedenen Brunnen und die Stachler-Hütte wieder in Stand bringen. Das beginnt im Frühling, gleich nach der Schneeschmelze. Mitte Juni kommen dann die Tiere, meistens zwischen 80 und 90 Mutterkühe, Kälbchen und Rinder sowie Eringer. So nimmt mich diese Arbeit bis Mitte September voll in Anspruch.

2. Auf der Alp trägt man viel Verantwortung. Gibt es Momente, in denen diese Verantwortung besonders spürbar wird?

Die Verantwortung für die Tiere ist gross, es gibt Momente, bei denen sie besonders merkbar ist. Das wird spürbar, wenn die Tiere, die jeden Tag kontrolliert werden, an Klauenkrankheit oder anderen Erkrankungen leiden.

3. Du betreust sowohl Rinder als auch Mutterkühe. Bleiben die dann den ganzen Sommer zusammen am gleichen Ort?

Die Tiere kommen zuerst in den Stachler, das sind nicht nur Rinder, sondern die ganze Herde, samt Eringer. Nach ca. 3 Wochen, bleiben die Eringer und die hoch tragenden Kühe im Stachler und die restliche Herde wird zuerst nach Sass / Sassstall getrieben, wo sie wieder ca. 3 Wochen bleibt. Weiter geht es dann zum «Fuhlhött aplatz», anschliessend zur «Bergisch Wiese», von dort Ende Juli zum Schönberg, bis und mit August. Von dort geht es wieder aufs Fürkle und Sass und Mitte September zurück zum Stachler wo sie bleiben bis sie abgeholt werden.

4. Wie wird man eigentlich Hirt auf einer Alp? Was sind deiner Meinung nach wichtige Eigenschaften, welche man dazu benötigt?

Da ich schon auf dem Bergi und dem Hahnenspiel viele Jahre Hirt war und mir die Arbeit sehr gefällt und ich auch die Verantwortung dafür kenne, ist es für mich im Sommer der schönste Platz. Gute Voraussetzung um Hirt zu sein ist körperliche Fitness, die Liebe zu den Bergen und Kenntnisse über das liebe Vieh.

5. Wenn du auf deine Jahre als Hirt zurückblickst: Gibt es eine Erfahrung oder einen Moment auf der Alp, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Schöne und andere Erinnerungen gibt es viele. Zum Glück sind praktisch keine Unfälle passiert. Besonders schön war die Geburt von gesunden Zwillingskälbchen letzten Sommer. Weniger schön war die Alpabfahrt 2024 im Schnee.

 

Fritz ist mit seinem roten Roller bis hoch nach Sass unterwegs, schaut nach dem Rechten, kommt mit den Wanderern ins Gespräch und geniesst die Arbeit mit den Tieren und den schönen Alpsommer. Für seine beständige Arbeit und seine Treue gilt ihm ein herzlicher Dank. Wir wünschen dir einen guten Sommer und weiterhin viel Freude.